Der besondere Patient – das Frettchen

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Es kommt immer wieder vor, dass wir Tierheilpraktiker mit Tierarten konfrontiert werden, die nicht ganz so alltäglich sind. Dazu zählen zweifelsohne die Frettchen, die oft schon nach einer Behandlungsodyssee zu uns in die Praxis kommen.
Obwohl das Frettchen vom europäischen Iltis abstammt, gilt es dennoch als besonders und eher schwierig zu halten. Frettchen können in einem geräumigen Außengehege oder in der Wohnung, ähnlich wie Katzen, gehalten werden. Das Außengehege sollte für zwei Frettchen mindestens 10 m2 betragen, für jedes weitere Frettchen + 0,5 m2.

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Bei der Wohnungshaltung gilt allerdings, dass diese „frettchensicher“ gemacht werden muss, da das Frettchen gerne klettert, Regale ausräumt, Blumenerde aus den Pflanztöpfen heraus räumt und anschließend die Pflanze kaputtspielt. Kabel werden eher selten angeknabbert, sollten aber trotzdem entfernt werden.
Werden Frettchen offen in der Wohnung gehalten, kann man das Frettchen an ein Katzenklo gewöhnen, die Stubenreinheit mancher Frettchen lässt aber zu wünschen übrig. Da die Exkremente sehr aggressiv sind, sind Boden und andere Möbelstücke schnell zerstört. Auf Einstreu, Stroh, Heu oder dergleichen sollte bei der Einrichtung verzichtet werden.
Kuscheldecken und Katzenklos eignen sich sehr gut. Zur richtigen Haltung gehört auch die Tatsache, dass Frettchen Gruppentiere sind und mindestens zu zweit gehalten werden müssen. Außerdem sind Frettchen dämmerungsaktiv, sie sind also morgens und abends für zwei bis drei Stunden wach, der restliche Tag wird verschlafen.
Das Frettchen zählt zu den reinen Fleischfressern und braucht in seiner täglichen Ernährung einen sehr hohen Fleischanteil und kaum pflanzliche Anteile.
Die Ernährung mit Futtertieren und Fleisch hat sich am besten bewährt.

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Jedes Trockenfutter sollte auch beim Frettchen nicht nur wegen der Quelleigenschaften, sondern auch wegen der Zusammensetzung unbedingt gemieden werden. Auch hochwertige Trockenfutter entziehen dem Körper bis zum Vierfachen an Wasser. Frettchen sind keine Wassertrinker und decken ihren Flüssigkeitsbedarf über den Flüssigkeitsgehalt des Futtertieres. Deshalb kann Trockenfutter auf Dauer schwerwiegende Erkrankungen verursachen.
Herkömmliches Trocken- und Feuchtfutter eignet sich außerdem aufgrund der Zusammensetzung und der Herstellung nicht. Der pflanzliche Anteil üblicher Fertigfutter ist für einen Fleischfresser viel zu hoch. Bei der Herstellung werden die Ausganszutaten ultrahoch erhitzt, dabei werden Vitamine und Eiweiße zerstört. Die danach künstlich hinzugefügten Vitamine und denaturierten Eiweiße können vom Körper teilweise nicht mehr aufgenommen werden und müssen mühsam vor allem über Leber und Nieren entgiftet werden.
Viele typische Erkrankungen wie die chronische Niereninsuffizienz oder ein Insulinom können durch die richtige Ernährung vermieden werden. Die chronische Niereninsuffizienz entsteht meist durch eine dauerhafte Überlastung der Nieren wie es bei der Fütterung von Trockenfutter und herkömmlichem Nassfutter der Fall ist. Ein Insulinom ist ein insulinproduzierendes Bauchspeicheldrüsenadenom. Man geht davon aus, dass beim Frettchen eine zu zucker- oder kohlenhydratlastige Ernährung die Ursache eines Insulinoms sein kann.
Weitere typische Erkrankungen des Frettchens sind Herzinsuffizienz und Nebennierentumore. Ein Nebennierentumor fällt vor allem durch Haarausfall an den Hinterextremitäten auf und aufgrund der Tatsache, dass Nebennierentumore fälschlicherweise Geschlechtshormone produzieren, werden Symptome einer Ranz (Paarungsbereitschaft) hervorgerufen.
Wird das Frettchen in der Tierheilpraxis behandelt, so sollte auf pflanzliche Präparate verzichtet werden, da es auf diesem Gebiet kaum Erfahrungen gibt. Es ist allerdings bekannt, dass Frettchen pflanzliche Produkte und ätherische Öle ähnlich schlecht wie Katzen verarbeiten können. Auch dem Frettchen fehlen spezielle Enzyme zur Verdauung bestimmter Substanzen.
Die Behandlung mittels Akupunkturnadeln gestaltet sich aufgrund des kleinen, wendigen Körpers und der robusten Haut ebenfalls schwierig. Dafür sprechen Frettchen sehr gut auf homöopathische Behandlungen an. Auch eine Behandlung mit Bioresonanz empfiehlt sich beim Frettchen.

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Anatomisch gibt es einige Unterschiede zu anderen Tierarten. Die Milz des Frettchens ist physiologisch vergrößert und nimmt einen größeren Anteil im Bauchraum ein. Außerdem ist zu beachten, dass das Frettchen einen sehr langen Körper mit eher kurzen Beinen besitzt. Der Brustkorb erscheint lang gezogen und das Herz sitzt relativ weit kaudal, eher an der Stelle, wo man einen Bauchnabel vermuten könnte. Die Auskultation ist möglich, aber aufgrund der Tatsache, dass sich Frettchen nur schwer still halten und der erhöhten Herzfrequenz von ungefähr 220 – 250 Schlägen pro Minute, eher schwierig. Der Dickdarm ist im Verhältnis noch kürzer als der von Katzen, was erkennen lässt, dass Frettchen pflanzliche Nährstoffe noch schlechter als Katzen aufspalten können.
Abschließend kann gesagt werden, dass wir es beim Frettchen mit ganz liebenswerten und lustigen Haustieren zu tun haben, die aber ihre ganz eigenen Anforderungen stellen – zur Behandlung ist es deshalb absolut notwendig, sich mit den Besonderheiten dieser Tierart vertraut zu machen.
Viola Messingschlager, Tierheilpraktikerin
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