Borreliose – die heimliche Gefahr

Borrelioseerkrankungen sind eine Herausforderung für alle Therapeuten. Die Zahl der Borrelioseerkrankungen nimmt stetig zu – nicht nur mit Pferden, sondern vor allem auch mit Hunden  kommen immer mehr Tierbesitzer zu uns in die naturheilkundliche Praxis, weil entweder schon diagnostizierte oder noch nicht bekannte Borrelioseinfektionen vorliegen.

Nachdem die Borrelien, die natürlich hauptsächlich durch Zeckenbisse, aber auch durch Stiche anderer Insekten übertragen werden, im Körper unterschiedlichste Symptome hervorrufen, sind Borrelioseinfektionen oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

In etlichen Fällen fehlt das erste Infektionsstadium mit dem Erythema migrans, der Rötung und Schwellung im Stichbereich und es entwickeln sich oft erst Wochen später generalisierte Symptome, die vor allen Dingen die Gelenke mit massiven Gelenkentzündungen, aber auch den Magen-Darm-Trakt, das Herz-/Kreislaufsystem und das Immunsystem betreen können.

Fieberschübe und schubweiser Verlauf können vorkommen. Auch wechselnde Symptome sind nicht selten, so dass nicht immer gleich an Borreliose gedacht wird. Eine weitergehende Infektion stellt die Neuroborreliose dar, die das Nervensystem und das Gehirn befällt, was sich in Verhaltensänderungen und Lähmungen oder Ataxien zeigen kann.

Es stehen inzwischen diverse Bluttests zu Verfügung, mit deren Hilfe die jeweils aktuellen Antikörpertiter gemessen werden können, um Rückschlüsse auf den Status der Infektion zu erhalten. In Zweifelsfällen kann die Diagnostik von tiermedizinischen Einrichtungen in Form von Gelenkpunktionen und durch die Untersuchung infektiösen Gewebes vertieft werden und damit die Diagnose gesichert werden.

Ist die Borrelioseinfektion erkannt, stehen wir vor der großen Herausforderung, diese auch entsprechend zu behandeln. Neben der klassischen Antibiotikatherapie durch den Tierarzt, die sinnvollerweise vor allen bei akuten Infektion oder neu aufgefl ammten Rezidivinfektionen zum Einsatz kommen sollte, die lang und hoch dosiert gegeben relativ viel Keimentlastung bringt, ist es notwendig, den Körper selbst zu unterstützen, mit Borrelien fertig zu werden, weil wohl durch Antibiotika alleine nie alle Borrelien eliminiert werden können.

Die Homöopathie bietet viele Einzelmittel, die gut repertorisiert und entsprechend eingesetzt werden können. Es kann aber auch sein, dass eine symptomatische Behandlung, die einer Entzündung entgegenwirkt, und eine Therapie, die das Immunssystem stützt, mit notwendig sind. Weiterhin eignen sich natürlich homöopathische Zubereitungen aus Borrelien in hohen Potenzen als Borreliose-Nosode, Propolis und vor allem die aus der Volksmedizin bekannte Kardewurzel zur Borreliosebehandlung.

Die wilde Karde hat von ihrer Pflanzensignatur her Ähnlichkeit mit den Schraubenbakterien, zu deren Familie die Borrelien gehören. Es handelt sich um Spirochäten, die eine Spiralform haben, die an den Kranz an der Blüte der Karde erinnert. Hier liegt es nahe, die Karde als Heilpfl anze einzusetzen, in Form von Kardewurzel-Tinktur oder Kardewurzel-Pulver.

Diese Kardewurzel habe ich im Zusammenspiel mit gelenkwirksamen Substanzen wie Glucosamin, Chondroitin und MSM als sehr gute Behandlung der Borrelioseinfektionen, vor allem bei Gelenkbeteiligung, kennen und schätzen gelernt.

Es gibt nicht viele Hersteller, die diese Komplett-Rezeptur berücksichtigen. Unser Tierheilpraktikerkollege und Verbandsmitglied Dirk Drexel stellt in seiner Firma Dirk Drexel Pet Health unter anderem dieses Kardegelenkpulver und das Kardegelenkspray her und verfügt dabei über jahrelange Erfahrung in der Behandlung der Borreliose. Auch bei Gelenkproblemen und  Gelenkveränderungen ganz allgemein kann es gut eingesetzt werden.

Nach etlichen überstandenen Borrelioseinfektionen bei meinen tierischen Patienten greife ich sehr gerne auf die Kardepräparate zurück und verwende zur Unterstützung des Immunsystems das gegen Keime wirkende Propolis, am besten in wasserlöslicher Form von Firma Gladiator Plus.

Unser Ziel muss es sein, neben der Akutbehandlung den Organismus in einen möglichst guten Zustand zu versetzen, indem die Ausleitung unterstützt wird, die Organfunktionen verbessert werden und das Immunsystem auf Vordermann gebracht wird. So schaffen wir die Grundlage, dass unsere Behandlung der Borreliose greifen kann.

Anita Ruckriegel, Tierheilpraktikerin

Verbandszeitschrift Ausgabe 8/2018